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Hochschulabsolventen zu Krisenzeiten

Fragen2

Vor kurzem wurde noch darüber geredet, ob Berufseinsteiger derzeit die klaren Verlierer seien. Fest steht: Es sieht nicht gut aus. Aber wie gehen die derzeitigen Hochschulabsolventen mit ihrem Schicksal um?

Mich betrifft diese Situation persönlich. Aktuell weiß ich nicht, wie es nach meiner Exmatrikulation zum 30. September weitergeht. Einsteigerpositionen sind kaum ausgeschrieben und Initiativbewerbungen werden abgelehnt.
Bei mir stehen derzeit noch zwei Jobbewerbungen und zwei Masterstudiumsbewerbungen aus. Ich warte sehnsüchtig auf eine Nachricht. Wenn möglich positiv.

Aber nicht nur ich frage mich, wie es weitergeht, auch viele weitere Medien und Menschen stellen die Frage: Welche Alternativen gibt es derzeit für Hochschulabsolventen?

FOCUS Online stellt im Karriereteil vier Möglichkeiten vor: Hartz IV, weiter studieren, Praktika absolvieren und die Selbständigkeit.
Im Bewerberblog wurden die Alternativen schon diskutiert.

Um sich selbstständig zu machen, benötigt man eine Idee und Startkapital. Wenn es so einfach wäre, würden das doch alle tun. Daher fällt meiner Meinung nach dieser Vorschlag vollkommen aus dem Rahmen und ist nur für einen kleinen Teil eine wirkliche Alternative.

Weitere Praktika zu absolvieren wäre für mich persönlich in erster Linie auch eine Möglichkeit. Man erhält Praxiserfahrung und weitere Kontakte in dem Bereich. Schaden wird es sicherlich nicht. Jedoch sollte man darauf achten, dass man den Absprung schafft. Zu viele aneinandergereihte Praktika machen sich dann auch nicht gut. Also das Ziel nie aus den Augen verlieren: Einen festen Job!
Und reich wird man mit Praktika sicherlich auch nicht. Die meisten werden mit 400-800 Euro vergütet. Damit kommt man nicht allzu weit. Vorallem in Anbetracht der Tatsache, dass davon dann auch Pflege-, Kranken- und Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden müssen.

Weiter studieren bedeutet weitere Kosten. Und der ein oder andere hat gegebenfalls auch einfach derzeit keine Lust mehr, weiter in die Uni zu gehen. Vor allem, wenn das Angebot noch nicht wirklich stimmt und man eine Entscheidung nicht überstürzen möchte. Immerhin wurden doch Bachelor und Master auch deshalb eingeführt, damit man erst einmal ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln kann, um anschließend einen Master zu studieren. Damals rechnete man nur wahrscheinlich noch nicht damit, dass die ersten Jahrgänge leider in einer Wirtschaftskrise den Bachelor auf Praxistauglichkeit testen wollen bzw. müssen.

Bleibt also noch Hartz IV = arbeitslos. Für die Bundesagentur für Arbeit gelten Hochschulabsolventen als hoch vermittelbar. Daher geht man nicht unbedingt davon aus, dass man einen nicht passenden 1-Euro-Job annehmen muss. Allerdings sollte man sich dennoch erst mit dem Gedanken anfreunden, bevor man diesen Weg beschreitet.
Das Amt übernimmt dann die Kosten für Miete und Pflege-, Kranken- und Sozialversicherung.
Ein weiterer “Vorteil” liegt in den Weiterbildungsangeboten. Arbeitslos gemeldeten Personen finanziert die Arbeitsagentur nämlich auf Antrag Weiterbildungen, sofern man belegen kann, dass entsprechende Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt verlangt werden; man mit einer Teilnahme an Weiterbildung also die eigene Vermittelbarkeit erhöht.

Dies wird auch in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Karriere (online zu lesen unter karriere.de) dargelegt. In dem entsprechenden Artikel wird auch vor einer aufkommenden Panik gewarnt. Der Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie Dieter Dohmen wird an dieser Stelle zitiert: “Der nächste Aufschwung wird kommen. Man muss die Krise nur sinnvoll überbrücken.”

Die Möglichkeiten sind da. Man muss sich nur den für sich selbst richtigen Weg finden. Und so eine Pause nach dem Bachelor kann auch gut tun. Man kann wieder ein wenig zur Ruhe kommen und sich wirklich Gedanken darüber machen, wie es weitergehen soll und wohin man will.
Positiv in die Zukunft blicken lautet die Devise. Ohne Krise kein Aufschwung!

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